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Winterfütterung beim Pferd: Was sich im Futterplan ändern sollte

Gutes Heu, zuverlässig verfügbares Wasser und regelmäßige Konditionskontrollen bilden die Grundlage der Winterfütterung. So prüfen Sie Mineralstoffe und Energiebedarf und setzen frische Gerstenpflanzen als optionale Grünkomponente sinnvoll ein.

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Winterfütterung beim Pferd: Was sich im Futterplan ändern sollte
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Winterfütterung bedeutet nicht, jedem Pferd automatisch mehr Getreide zu geben. Der Energiebedarf hängt von Witterung, Haltung, Bewegung, Gesundheitszustand und individueller Futterverwertung ab. Ein älteres Pferd mit Zahnproblemen braucht eine andere Lösung als ein regelmäßig gearbeitetes Reitpferd oder ein leichtfuttriges Pony.

Beginnen Sie deshalb mit den Grundlagen: Wie viel Heu frisst das Pferd tatsächlich? Trinkt es ausreichend? Liefert die gesamte Ration die nötigen Nährstoffe, ohne unnötig viel Energie zu enthalten? Stellen Sie das Futter schrittweise um und beurteilen Sie den Erfolg am Pferd, nicht nur am leeren Trog.

1. Heu bleibt die Grundlage

Geeignetes Raufutter ist im Winter besonders wichtig. Es liefert Fasern für eine normale Verdauung, beschäftigt das Pferd durch Kauen und trägt durch die Fermentation im Dickdarm zur Wärmebildung bei. Bei sinkenden Temperaturen sollte daher zunächst die Raufutterversorgung überprüft werden, bevor die Kraftfuttermenge steigt.

Die passende Menge richtet sich nach Körpergewicht, Ernährungszustand, Arbeit und möglichen gesundheitlichen Einschränkungen. Entscheidend ist die tatsächlich gefressene Menge. Heu, das im Matsch landet oder vom Wind verweht wird, versorgt das Pferd nicht. In Gruppenhaltung müssen auch rangniedrige Tiere genügend Zeit und Platz zum Fressen haben.

Kontrollieren Sie täglich:

  • Geruch, Staubentwicklung und mögliche Schimmelstellen.
  • Futterverluste und die Dauer von Fresspausen.
  • Anzahl und sichere Anordnung der Fressplätze.
  • Ob jedes Pferd normal kaut oder Heuwickel fallen lässt.

Eine Heuanalyse hilft, den Nährstoffgehalt besser einzuschätzen und Ergänzungen gezielt auszuwählen. Sie ist besonders sinnvoll, wenn ein Heuvorrat über den ganzen Winter verfüttert wird oder ein Pferd Stoffwechselprobleme hat. Schimmeliges Heu wird durch Einweichen nicht sicher. Bei Husten oder Schwierigkeiten beim Kauen sollte der Tierarzt die Ursache abklären.

Übergewichtige Pferde sollten nicht durch lange Hungerphasen abnehmen. Besser sind eine kontrollierte Menge geeigneten Raufutters und sichere Möglichkeiten, die Futteraufnahme zu verlangsamen. Lassen Sie sich dabei fachlich unterstützen, damit Gewichtsmanagement und Verdauungsgesundheit zusammenpassen.

2. Wasseraufnahme prüfen, nicht nur die Tränke

Beim Wechsel von Weidegras zu trockenem Futter nimmt das Pferd weniger Wasser über die Nahrung auf. Gleichzeitig trinken manche Pferde bei Kälte weniger gern. Eine unzureichende Wasseraufnahme kann Verdauungsprobleme begünstigen. Deshalb gehört die Wasserversorgung zu jeder winterlichen Kontrollrunde.

Wasser in der Tränkschale beweist noch nicht, dass die Versorgung funktioniert. Der Durchfluss kann zu gering oder die Zuleitung eingefroren sein. In einer Gruppe kann ein anderes Pferd den Zugang blockieren. Auch vereister Boden vor der Tränke kann dazu führen, dass ein Tier seltener trinken geht.

  • Entfernen Sie Eis und reinigen Sie die Behälter regelmäßig.
  • Prüfen Sie Selbsttränken je nach Wetter auch mehrmals am Tag.
  • Bieten Sie bei Bedarf lauwarmes Wasser an.
  • Beobachten Sie Trinkverhalten, Kotabsatz und allgemeines Verhalten.

Schnee ist kein zuverlässiger Ersatz für Trinkwasser. Geeignete eingeweichte Futtermittel können zusätzliche Flüssigkeit liefern, ersetzen aber keinen freien Wasserzugang. Bereiten Sie solche Futtermittel hygienisch nach Herstellerangaben zu und verfüttern Sie sie rechtzeitig, damit sie weder verderben noch einfrieren.

Tipp: Notieren Sie morgens und abends kurz Heuaufnahme, Trinken, Appetit und Kotabsatz. Ein einfacher Verlauf macht Veränderungen oft früher sichtbar als ein flüchtiger Blick auf das Pferd.

Bei Kolikanzeichen, deutlich vermindertem Kotabsatz oder Trinkverweigerung zusammen mit Mattigkeit sollten Sie unverzüglich den Tierarzt kontaktieren. Akute Beschwerden gehören nicht allein durch eine Futterumstellung behandelt.

3. Mineralstoffe und Energie in der Gesamtration betrachten

Heu deckt nicht zwangsläufig den gesamten Bedarf an Mineralstoffen und Vitaminen. Wählen Sie ein passendes Mineralfutter anhand des Grundfutters, des Alters, der Nutzung und des Gesundheitszustands. Ein reiner Salzleckstein ersetzt kein vollständiges Mineralfutter. Außerdem nehmen Pferde freiwillig sehr unterschiedliche Mengen davon auf.

Schreiben Sie vor dem Kauf eines weiteren Zusatzes auf, was bereits gefüttert wird. Ein angereichertes Mischfutter kann dieselben Nährstoffe enthalten wie ein zusätzliches Ergänzungsprodukt. Mehrere Präparate führen dann möglicherweise zu unnötigen Überschneidungen. Bei einzelnen Spurenelementen, beispielsweise Selen, kann eine Überversorgung schädlich sein.

Umgekehrt liefert ein angereichertes Futter bei einer Menge deutlich unterhalb der empfohlenen Tagesration möglicherweise nicht die vorgesehene Vitamin- und Mineralstoffversorgung. Entscheidend ist deshalb immer die gesamte Tagesration, nicht die Zusammensetzung eines einzelnen Produkts.

Prüfen Sie folgende Fragen:

  • Wie viel nimmt das Pferd von jedem Produkt tatsächlich auf?
  • Überschneiden sich die Ergänzungen?
  • Passt die Ration zur aktuellen Arbeit und Gesundheit?
  • Ist die Salzversorgung angemessen und Wasser jederzeit zugänglich?

Zusätzliche Energie ist nur sinnvoll, wenn sie gebraucht wird. Nimmt ein Pferd trotz ausreichenden geeigneten Raufutters ab, müssen zunächst Zähne, Gesundheit, Futterzugang und Witterungseinflüsse geprüft werden. Danach kommen beispielsweise passende Futtermittel mit gut verdaulichen Fasern oder vorsichtig eingeführte Fettquellen infrage.

Große stärkereiche Mahlzeiten sind keine allgemeine Winterlösung. Verteilen Sie Zusatzfutter auf kleinere Portionen und besprechen Sie größere Änderungen mit einem Tierarzt oder einer qualifizierten Futterberatung, besonders bei Stoffwechselerkrankungen.

Illustration: Winterfütterung beim Pferd: Was sich im Futterplan ändern sollte

4. Frische Gerstenpflanzen als optionale Grünkomponente

Frische Gerstenpflanzen, etwa aus gekeimter Gerste gezogenes Grünfutter, können die Winterration abwechslungsreicher machen. Sie sind jedoch kein notwendiger Bestandteil und nicht automatisch mit Weidegras gleichzusetzen. Ausreichend Heu, Trinkwasser und eine ausgewogene Mineralstoffversorgung bleiben weiterhin erforderlich.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Frischmasse und Trockenmasse. Frisches Grünfutter besteht zu einem erheblichen Teil aus Wasser. Ein Kilogramm davon liefert deshalb nicht dieselbe Nährstoffmenge wie ein Kilogramm Heu. Die Zusammensetzung hängt zudem vom Saatgut, vom Wachstumsstadium und von den Anbaubedingungen ab.

Keimung bedeutet nicht automatisch, dass das Futter wenig Zucker oder Stärke enthält. Wenn diese Bestandteile begrenzt werden müssen, sollten das konkrete Futter und sein Anteil an der Gesamtration fachlich beurteilt werden.

Für die Einführung gilt:

  • Mit einer kleinen Menge beginnen und langsam steigern.
  • Geeignetes, ungebeiztes Saatgut für diesen Zweck verwenden.
  • Wasser, Schalen und Anbauflächen sauber halten.
  • Futter mit Schimmel, muffigem Geruch oder schleimigen Stellen entsorgen.
  • Appetit, Kotkonsistenz und individuelle Verträglichkeit beobachten.

Das warme, feuchte Milieu beim Keimen kann auch unerwünschte Mikroorganismen fördern. Eine verdächtige Charge sollte vollständig verworfen werden; Abspülen garantiert keine Sicherheit. Kontrollieren Sie das Grünfutter nochmals unmittelbar vor dem Verfüttern, insbesondere nach Lagerung oder Transport.

Bei Pferden mit Insulindysregulation, früherer Hufrehe oder empfindlicher Verdauung sollte die Eignung vorab mit dem Tierarzt besprochen werden. Die grüne Farbe ist kein Beleg für diätetische Unbedenklichkeit. Eine Analyse des tatsächlich verwendeten Futters kann helfen, seinen Beitrag zur Ration genauer zu bestimmen.

5. Die Kondition bestimmt weitere Anpassungen

Ein dichtes Winterfell kann Gewichtsverlust ebenso verdecken wie eine Zunahme. Beurteilen Sie den Ernährungszustand deshalb nicht nur mit den Augen. Tasten Sie regelmäßig Rippen, den Bereich hinter der Schulter, Rücken und Schweifansatz ab. Achten Sie außerdem auf Veränderungen der Muskulatur und auf Fettpolster am Hals.

Wiederholte Messungen mit einem Gewichtsmaßband und Fotos in vergleichbarer Haltung helfen, Entwicklungen zu erkennen. Ein Maßband ersetzt keine genaue Waage, kann bei gleichbleibender Anwendung aber einen Trend zeigen. Notieren Sie gleichzeitig Änderungen bei Arbeit, Auslauf und Fütterung.

  • Ein abnehmendes Pferd braucht eine Prüfung von Futteraufnahme und Gesundheit.
  • Ein zunehmendes Pferd benötigt nicht allein wegen des Winters mehr Energie.
  • Ein Senior kann wegen Zahnproblemen eine andere Raufutterform benötigen.
  • Bei weniger Bewegung muss die bisherige Arbeitsration überprüft werden.

Ein trockener Liegebereich, Schutz vor Wind und ein geeigneter Unterstand gehören genauso zum Wintermanagement wie das Futter. Sinkt die Kondition ohne erkennbare Ursache, sollte nicht einfach nur mehr in den Trog kommen. Der Tierarzt kann Zahnprobleme, Schmerzen oder andere Erkrankungen abklären.

Besprechen Sie empfindliche Hufe oder Veränderungen der Stellung auch mit dem Hufschmied beziehungsweise einem qualifizierten Hufbearbeiter. Bei Verdacht auf Hufrehe ist jedoch zuerst der Tierarzt gefragt. Fütterung, Bewegung und Hufpflege sollten aufeinander abgestimmt sein und gemeinsam die Gesundheit unterstützen.

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